Wiperti

Touristengeheimtip - Die Wipertikrypta zu Quedlinburg

Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der Weltkulturerbestadt Quedlinburg auf dem Gebiet der Baukunst gehört die Krypta der Wipertikirche.

Diese etwa nur 1 km südwestlich vom vielbesuchten Dom liegt etwas abseits  vom Touristenstrom. Die Krypta ist ein altehrwürdiges Zeugnis aus der Ãltesten christlichen Baukunst auf sächsischem Gebiet. Sie stammt noch aus Heinrichs I - Zeiten. Hier lag einst die Keimzelle von Quedlinburg und der Königshof unseres ersten deutschen Königs, Heinrich I. Dieses Wipertigelände hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Kloster St. Wiperti wurde zwischen 835 und 901 errichtet und gehörte zum Hauptkloster Hersfeld. Es gelangte unter Heinrichs Vater Otto in den Familienbesitz der Ludolfinger. Seit 919 ist St. Wiperti Königshof.

In der Oberkirche, einer Basilika, wird um 1000 n. Chr. Die heutige Krypta eingebaut. Die Trennung der Seitenschiffe zum Hauptschiff ist durch einfachen Stützerwechsel (1 Pfeiler, 1 Säule) gekennzeichnet. Die Krypta ist ungewöhnlich klein mit nur 8 m x 6 m. Diese einfachen und schmucklosen Pilzkapitelle, attische Basen und ionische Kapitelle vermitteln einen Eindruck aus vorchristlicher bzw. frühchristlicher Zeit. Reste alter Putzmalerei über dem Altar sind bei genauer Betrachtung noch schwach zu erkennen. Die Pfeiler sind teilweise noch älter mit seltsamen Zeichnungen. In den Seitenwänden befinden sich Rundbogennischen. Ihre Bedeutung ist nicht genau erklärt.

Im südlichen Seitenausgang befindet sich ein sehr altes wertvolles Marienportal etwa aus dem Jahre 986. Bemerkenswert ist die Türklinke in der alten eisernen Tür. Sie stellt einen Schlangenkörper mit dem Kopf auf der rechten Seite dar. Am linken Griffende ist ein betender Mensch zu erkennen. Drückt man auf diese Klinke, so geht automatisch der Schlangenkopf nach unten und der Menschenkopf richtet sich symbolisch auf. Nach kirchlicher Vorstellung ist die Schlange das Böse und der Mensch das Gute. Durch diese Symbolaussage und ihr Alter ist sie schon etwas Besonderes.

Folgende Episode ist überliefert: Im 13. Jh. Wurde das Klosterleben immer lasterhafter. Im angrenzenden Lusthölchen trafen sich die Mönche immer öfters mit “Weibsvolk”. Per Dekret verbot die Äbtissin öffentlich den Mönchen das Betreten des Wäldchens. Um eine Abschreckung und Kontrolle darüber zu haben, ließ sie dort Bärlauch anbauen. Die Pflanze riecht stark nach Knoblauch. Mit einer Geruchsprobe konnte die Äbtissin dann feststellen, ob sich ihre Stiftsdamen mit den Mönchen heimlich getroffen hatten.

Die Wipertikrypta ist Teil des Unesco-Weltkulturerbe als ältester Sakralbau von Quedlinburg. Auch ist sie Bestandteil der Straße der Romanik.

Marinenportal

Wipertikirche

Mönchsklinke